Knie


Das Knie – Anatomie und Funktion

Das Knie bzw. Kniegelenk – in der Fachsprache Articulatio genus genannt – ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers. Es verbindet den Oberschenkelknochen (Femur), die Kniescheibe (Patella) und das Schienbein (Tibia) miteinander. Das Kniegelenk ist ein Dreh-Scharniergelenk. Es ermöglicht die Beugung und Streckung des Beins sowie eine leichte Ein- und Auswärtsdrehung in gebeugtem Zustand. Gesichert und stabilisiert wird das Kniegelenk dabei durch einen komplexen Bandapparat (Ligamente), bestehend aus

  • Sehnen und Muskeln,
  • der Kniegelenkkapsel,
  • dem Kniegelenkknorpel,
  • und den Menisken.

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Die zwei Einzelgelenke des Kniegelenks

Beim Kniegelenk handelt es sich um ein zusammengesetztes Gelenk. Es besteht aus zwei Einzelgelenken: dem Kniescheibengelenk (Articulatio femoropatellaris) und dem Kniekehlgelenk (Articulatio femorotibialis). Das Kniescheibengelenk, auch Femorpatellagelenk genannt, befindet sich zwischen dem Oberschenkelknochen und der Kniescheibe. Es wird zum Teil mit mehr als dem Sechsfachen des Körpergewichts belastet und ist damit der wichtigste und am stärksten beanspruchte Teil des Kniegelenks. Das Kniekehlgelenk, auch Femorotibialgelenk genannt, liegt zwischen dem Oberschenkelknochen und dem Schienbein und ist für die Beugung und Streckung des Knies zuständig. Es muss dabei großen Belastungen standhalten und gleichzeitig eine ausreichende Beweglichkeit gewährleisten.

 

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Der Kniegelenkknorpel

Die Kontaktflächen der Kniegelenksknochen sind mit einer mehrere Millimeter dicken, sehr glatten, elastischen und weißlichen Knorpelschicht überzogen. Dieser aus lebenden Knorpelzellen und Matrixgewebe bestehende Kniegelenkknorpel wirkt als Stoßdämpfer und ermöglicht eine schmerzfreie und ungestörte Beweglichkeit des Kniegelenks.

Die Kniegelenkkapsel

Alle Gelenkflächen des Kniegelenks werden von der sogenannten Gelenkkapsel (Capsula articularis) umhüllt. Sie besteht aus zwei Schichten, der stabilisierenden Faserschicht (Membrana fibrosa) und der Gelenkinnenhaut (Membrana synovialis), und bildet die für die Ernährung des Kniegelenkknorpels wichtige Gelenkflüssigkeit.

Die Menisken (Zwischengelenkscheiben)

Das Kniegelenk verfügt über zwei aus Bindegewebe und elastischem Knorpel bestehende Zwischengelenksscheiben, die den Bewegungen des Knies folgen können. Diese Zwischengelenksscheiben werden als Menisken bezeichnet. Der etwas größere, wie ein Halbmond geformte Innenmeniskus (Meniscus medialis) ist mit dem medialen Innenband und der Gelenkkapsel verwachsen und daher unbeweglicher und damit auch verletzungsanfälliger als der der halbrunde Außenminiskus (Meniscus lateralis). Die beiden Menisken befinden sich zwischen dem gerundeten Ende des Oberschenkelknochens und dem eher flachen Kopf des Schienbeins. Dort gleichen sie die Formunterschiede zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein aus. Darüber hinaus vergrößern sie die Gelenkfläche des Knies und verteilen so den Druck bzw. das Gewicht, das auf dem Kniegelenk lastet, optimal auf das gesamte Knie und wirken wie ein Stoßdämpfer.

Die Bänder des Kniegelenks

Die Stabilität des Kniegelenks wird durch die Bänder (Ligamente) des Knies, die den Oberschenkelknochen und das Schienbein miteinander verbinden, gewährleistet. Die beiden Kreuzbänder – das vordere Kreuzband (Ligamentum cruciatum anterius) und das hintere Kreuzband (Ligamentum cruciatum posterius) – verlaufen im Inneren des Kniegelenks zwischen den beiden Enden des Oberschenkelknochens. Sie halten die Knochenenden von Oberschenkelknochen und Schienbein in der richtigen Position und verhindern eine Verschiebung des Kniegelenks nach vorne oder hinten.

Die beiden Seitenbänder bzw. Kollateralbänder verhindern, dass sich das Kniegelenk seitlich nach innen und außen verschiebt. So verhindert das innere Seitenband (Ligamentum collaterale mediale), das an der Innenseite des Knies vom Oberschenkelknochen zum Schienbeinschaft verläuft, dass sich das Kniegelenk bei einer Bewegung des Fußes nach außen nach innen verschiebt. Und das an der Außenseite des Knies vom Oberschenkelknochen zum Wadenbeinköpfchen verlaufende äußere Seitenband (Ligamentum collaterale laterale) verhindert bei einer Bewegung des Fußes nach innen eine Verschiebung des Kniegelenks nach außen.

Erkrankungen und Verletzungen des Knies

Es gibt verschiedene Erkrankungen, Verletzungen und Fehlstellungen des Knies, die zu Schmerzen und Beschwerden im Knie führen und die Implantation eines künstlichen Kniegelenks notwendig machen können. Hierzu gehören insbesondere die Arthrose im Knie, die Entzündung (Arthritis) des Kniegelenks und die Knieinstabilität. Zu den häufigsten Verletzungen im Knie-Bereich gehören der Kreuzbandriss und der Meniskusriss. Auch Über- oder Fehlbelastungen des Knies, etwa durch Übergewicht oder übermäßigen Sport, können schmerzhafte Beschwerden im Knie verursachen.