Knieoperation (Knie-OP)


Bei der Knieoperation zur Implantation einer Knieendoprothese handelt es sich um einen Routineeingriff, der je nach Knieprothesentyp und individuellen Umständen zwischen ein und zwei Stunden dauert. Die Knie-Operation kann dabei sowohl unter Vollnarkose, als auch mit einer sogenannten Spinalanästhesie, also einer rückenmarksnahen Betäubung, durchgeführt werden. Neben der Implantation einer Knieprothese gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Operationen, die am Knie durchgeführt werden.

Implantation eines künstlichen Kniegelenks

Vorbereitungen

Im Vorfeld der Knie-Operation erfolgen zur Vorbereitung einige Untersuchungen sowie ein Aufklärungs- und Beratungsgespräch, um festzustellen, ob der Patient tatsächlich ein künstliches Kniegelenk benötigt und wenn ja, welches Knieprothesenmodell am besten geeignet ist.

Zur Planung des weiteren Vorgehens und des Ablaufs der Knieoperation werden anschließend bildgebende Untersuchungen des Knies wie etwa eine Röntgenuntersuchung, eine Ultraschalluntersuchung, eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt. Anhand dieser Untersuchungen werden die Größe und der Typ der Knieendoprothese festgelegt und die OP-Methode und Verankerung geplant.

x-ray picture of a knee

Zur Vorbereitung des Patienten auf ein Leben mit künstlichem Kniegelenk und auch, um die Rehabilitationsfähigkeit des Patienten nach der Knie-Operation zu verbessern, sollte dieser vor der Knieoperation an Patienteninformations- und Trainingskursen teilnehmen und gegebenenfalls bei bestehendem Übergewicht eine Diät machen.

Weitere vorbereitende Maßnahmen vor der Knie-Operation sind eine Eigenblutspende, um einen erhöhten Blutverlust während der Knieoperation ausgleichen zu können, sowie Untersuchungen zum allgemeinen Gesundheitszustand und der Narkosefähigkeit des Patienten.

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Durchführung der Implantation

Die Knie-Operation zur Implantation einer Knieendoprothese kann prinzipiell mit zwei verschiedenen OP-Methoden erfolgen: der konventionellen Operationsmethode, bei der das Kniegelenk vollständig eröffnet wird, und der minimal-invasiven Operationsmethode, die wesentlich gewebeschonender ist.

    • Knieoperation mit konventioneller Operationsmethode.

Bei der konventionellen Operationsmethode wird das Kniegelenk bei der Knie-Operation über einen Hautschnitt an der Vorderseite des Knies vollständig eröffnet. Hierzu wird der Streckapparat, also die Muskulatur, die vom Oberschenkel zur Kniescheibe verläuft, gespalten und die Kniescheibe beiseite geklappt. Anschließend werden die Menisken und abgenutzten Gelenkknorpel und -oberflächen entfernt und der verbleibende Knochen mit speziellen Fräsen für das künstliche Kniegelenk vorbereitet.

Im nächsten Schritt wird zunächst eine Probeprothese eingebracht, um die exakte Passform der Knieendoprothese, die Stabilität der Seitenbänder und die freie Beweglichkeit des Kniegelenks zu überprüfen. Schließlich werden die eigentlichen Knieprothesenteile ins Knie eingeführt und je nach Verankerungsart und Prothesentyp entweder zementiert oder zementfrei an den Knochen fixiert. Zu guter Letzt wird nochmals die Stabilität und freie Beweglichkeit des künstlichen Kniegelenks überprüft, bevor die Wunde schichtweise mit einer chirurgischen Naht verschlossen und ein Kompressionsverband angelegt wird.

    • Knie-Operation mit minimal-invasiver Operationsmethode.

Die minimal-invasive Operationsmethode unterscheidet sich von der konventionellen dadurch, dass die Kniescheibe belassen wird und die Knieendoprothese nur über einen Entlastungsschnitt in der Muskulatur bzw. durch eine natürliche Muskellücke eingesetzt wird. Die minimal-invasive Knieoperation ist damit wesentlich gewebeschonender, da die die Weichteile bestehend aus Muskeln, Sehnen und Gewebe weitestgehend intakt bleiben und verschont werden.

Zu den Vorteilen der minimal-invasiven Knie-Operation gegenüber dem konventionellen Vorgehen gehört, dass Probleme mit der Beweglichkeit des Kniegelenks und muskuläre Insuffizienzen verhindert werden können und nach der Knieoperation eine schnellere Rehabilitation und Mobilisation des Patienten möglich ist. Zudem kann mit dem minimal-invasiven Verfahren durch kleinere Hautschnitte ein besseres kosmetisches Ergebnis erzielt werden. Und auch der Blutverlust, die Schmerzen und der Schmerzmittelverbrauch sind bei der minimal-invasiven Knieoperation geringer.

Allerdings eignet sich das minimal-invasive Verfahren nicht für jeden Patienten. So ist etwa bei kräftigeren Patienten mit ausgeprägter Unterhautfettschicht eine minimal-invasive Platzierung der Knieendoprothese nicht möglich. Und auch nicht jeder Knieprothesentyp lässt sich mit dem minimal-invasiven Verfahren ohne weiteres implantieren. Welche OP-Methode letztlich angewandt wird, muss bei jedem Patienten individuell entschieden und abgewogen werden.

vorbereitung zur knieoperation

Spezielle Komplikationen einer Knieendoprothese

Neben diesen allgemeinen Operationsrisiken können nach der Knieoperation auch Komplikationen auftreten, die speziell das künstliche Kniegelenk betreffen. Hierzu gehören unter anderem bakterielle Infektionen der Knieendoprothese, die bis zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen können. Um dem vorzubeugen, können vor und nach der Knieoperation Antibiotika verabreicht werden. Weitere mögliche spezielle Komplikationen der Knieendoprothese sind Verklebungen und Verwachsungen im künstlichen Kniegelenk, die vor allem dann auftreten können, wenn das operierte Knie in den ersten Tagen nach der Knie-Operation nicht ausreichend bewegt wird, sowie Verrenkungen der einzelnen Knieprothesenteile und Kalkeinlagerungen in der umgebenden Muskulatur, die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen.

Darüber hinaus ist es auch möglich, dass sich die Knieendoprothese aufgrund unsachgemäßer Behandlung oder Stoßeinwirkungen lockert. Kommt es zu einer solchen Prothesenlockerung, äußert sich dies in der Regel durch ein Gefühl der Instabilität im Kniegelenk, Schmerzen oder eine Fehlstellung des Beins. Bleibt diese Prothesenlockerung unbehandelt, können Schädigungen an den umliegenden Knochen die Folge sein. Durch Röntgenaufnahmen kann eine Lockerung der Knieendoprothese aber frühzeitig festgestellt werden. Es ist daher ratsam, sich nach der Knieoperation regelmäßigen Nachsorgeuntersuchungen und Röntgenkontrollen zu unterziehen. Wird dabei eine frühzeitige Lockerung festgestellt, wird ein Prothesenwechsel (Knierevision) notwendig.

Knorpeltransplantationen

Der Knorpel spielt bei der allgemeinen Gesundheit des Knies eine tragende Rolle. Er erfüllt die Funktion eines Puffers, so dass die Gelenkflächen nicht direkt aufeinander reiben. Allerdings können Verschleiß oder schwere Verletzungen dazu führen, dass der Knorpel stark beschädigt wird. Das Fatale bei der Knorpelsubstanz: Sie wächst nicht oder nur schlecht nach. Wenn der Knorpel im Knie also zu stark beschädigt ist, kann eine Knorpeltransplantation nötig werden.

Doch wie muss man sich eine solche Knorpeltransplantation vorstellen? Das gesunde Gewebe wird außerhalb des Körpers im Labor „gezüchtet“. Dafür wird aus einem nicht beanspruchten Bereich gesundes Knorpelgewebe entnommen und in ein Labor geschickt. Dieser Eingriff erfolgt arthroskopisch und dauert etwa eine halbe Stunde. Durch ein spezielles Verfahren wird das Gewebe so behandelt, dass sich die Knorpelzellen vermehren können. Das Labor wird dem behandelnden Arzt diese gezüchteten Knorpelzellen wieder zurücksenden. Anschließend werden diese Zellen – ebenfalls per Arthroskopie – auf den vorbereiteten Knorpeldefekt aufgebracht. Dieser operative Eingriff nimmt etwa eine Stunde ein Anspruch.

Natürlich stellen sich viele Patienten die Frage, wann die Behandlung abgeschlossen ist und wann man wieder mit Bewegung und sportlicher Aktivität beginnen darf. Leichtere Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren sind bereits drei Monate nach dem Eingriff möglich. Bereits vorher muss das Gelenk ständig bewegt werden, um die Durchblutung anzuregen. Da bis zum vollständigen Abschluss der Behandlung ein Jahr vergehen kann, sind belastendere Sportarten erst frühestens nach dieser Zeit erlaubt.

Die Kniegelenksarthroskopie

Früher wurden Operationen am Kniegelenk in der Regel offen durchgeführt, doch mittlerweile gibt es schon seit vielen Jahren die so genannten „Schlüsselloch-Operationen“, die Arthroskopien. Diese werden mittlerweile in allerlei Gelenken angewendet, nicht zuletzt am Knie. Die Kniegelenksarthroskopie ist dem offenen Verfahren – wenn möglich – aus diversen Gründen vorzuziehen. Zunächst einmal stellt sie eine wesentlich geringere Belastung für den Patienten dar. Dadurch, dass keine großen Schnitte mehr gemacht werden müssen, wird nicht nur die OP-Zeit an sich verkürzt, sondern auch der mögliche Eintrittsbereich für Keime oder Bakterien so gering wie möglich gehalten. Darüber hinaus hat eine Kniegelenksarthroskopie auch ästhetische Vorteile. Die Narben sind meist so klein, dass man sie auf den ersten Blick kaum erkennen kann. Bei einer offenen Operation sind die Narben dagegen meist sehr stark sichtbar.

Bei einer Kniegelenksarthroskopie führt der Arzt sehr kleine Instrumente in das Gelenk ein, die es ihm erlauben, verschiedenste Beschwerden und Verletzungen zu behandeln. Der Arzt kann so beispielsweise Defekte an Kreuz- oder Innenbändern beheben, die Knorpel behandeln oder sogar Meniskusschäden reparieren. Auch die Resektion von verletztem Gewebe ist per Arthroskopie möglich. Nicht zuletzt im Leistungssport wird die Kniegelenksarthroskopie mittlerweile als echter Segen angesehen. Die Ausfallzeiten der Sportler haben sich wesentlich verringert.

Eine Arthroskopie kann nicht nur eingesetzt werden, um eine Verletzung zu therapieren, sondern auch bei der korrekten Diagnose von Beschwerden oder Verletzungen helfen. Mithilfe einer Mini-Kamera, die durch die winzigen Hautschnitte in das Gelenk eingeführt wird, kann der Arzt die Schäden auf einem Monitor genau betrachten. Anhand dessen kann er dann viel besser den Schaden beurteilen und die weitere Behandlung planen.

Die Vorteile einer Kniegelenksarthroskopie sind unter anderem:

  • kürzere OP-Zeiten
  • weniger Belastung für den Patienten
  • kleinere Hautschnitte

Die Kreuzband-OP

Eine schwere Verletzung des Knies ist der Kreuzbandriss. In den meisten Fällen muss diese Verletzung operativ versorgt werden. Je nach Ausmaß der Verletzung wird die Operation entweder unmittelbar nach Verletzung (binnen 24 bis 48 Stunden) oder nach dem Abklingen von Schwellungen und Entzündungsreaktionen (etwa vier bis sechs Wochen) durchgeführt. Zum Standard gehört heute das Einsetzen körpereigener Sehnentransplantate. Zu den häufig verwendeten Sehnen zählen hierbei die Gracilis- oder die Semitendinosussehne aus dem hinteren Bereich des Oberschenkels. Auch Quadrizepssehnen und Patellasehnenanteile werden verwendet. Kreuzband-Operationen werden inzwischen auch arthroskopisch versorgt, die jeweiligen Sehnentransplantate unterscheiden sich meist nur in ihren Verankerungsmöglichkeiten. Stabilität und Elastizität entsprechend weitestgehend dem eines Kreuzbandes.

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Die Meniskus-OP

Bei Schädigungen des Meniskus durch Degeneration oder Verletzung kann eine Operation nötig werden. Bei der Meniskus-OP kommt die arthroskopische Technik zum Einsatz. Hierbei kann der Meniskus entweder genäht oder zu einem Teil entfernt werden. Bei jüngeren Patienten ist die Naht die bevorzugte Variante. Vor allem in gut durchbluteten Bereichen verspricht sie gute Heilungschancen. Muss ein Teil des Meniskus entfernt werden, wird der zu entfernende Anteil so gering wie möglich gehalten, da Arthrose eine langfristige Folge einer Meniskusentfernung sein kann. Seltener wird im Kniegelenk ein Meniskusersatz herangezogen. Hierfür muss eine Reihe von Voraussetzungen gegeben sein, unter anderem ein weitestgehend intakter Gelenkknorpel, gerade Beinachsen oder ein stabiles Kniegelenk.

Komplikationen und Risiken bei einer Knieoperation

Es wird zwischen speziellen und allgemeinen Komplikationen unterschieden. Diese können während und nach der Knie-Operation zur Implantation des künstlichen Kniegelenks auftreten. Zu den allgemeinen Komplikationen, die während und nach jeder Knie-Operation auftreten können, gehören Thrombosen in den Beinen, denen in der Regel durch die Gabe von blutverdünnenden Medikamenten vorgebeugt wird, Infektionen der Operationsstelle durch Bakterien, Verletzungen von Blutgefäßen und Nerven mit starkem Blutverlust sowie Schwellungen und Schmerzen. Darüber hinaus birgt auch die Vollnarkose oder die Spinalanästhesie verschiedene Risiken. So können nach einer Vollnarkose unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Herzrhythmusstörungen und Kreislaufstörungen auftreten. Eine Spinalanästhesie birgt die Gefahr, dass Nervenfasern oder anderes Gewebe verletzt werden.

Der Heilungsverlauf nach einer Knieoperation

Der Heilungsverlauf nach einer Knieoperation hängt nicht zuletzt vom Ausmaß der Schädigung sowie von der operativen Therapie ab.

Der Kreuzbandriss etwa gilt als eine der schwersten Verletzungen im Knie. Zwar sind leichte Belastungen wie Radfahren nach einigen Wochen wieder möglich, doch eine Vollbelastung des Knies sollte frühestens nach sechs Monaten erfolgen.

Bei der Meniskus-OP ist die Ausfalldauer sehr variabel. Muss ein Teil des Meniskus entfernt werden, so ist bereits nach etwa einer Woche wieder die Vollbelastung möglich. Wurde der Meniskus dagegen genäht, kann die Knie-Reha zwischen vier und sechs Wochen betragen. Die Naht muss sich schließlich festigen, damit es nicht rasch wieder zu einem Meniskusschaden kommt.

Liegen Knorpeldefekte vor, kommt es darauf an, wie stark diese ausgeprägt sind und wie viel operativer Aufwand nötig war, um die Defekte zu glätten und freie Stücke zu entfernen. Hier muss der Patient mit mehreren Wochen oder gar Monaten Berufs- und Sportunfähigkeit rechnen.

Bei nahezu allen Operationen des Kniegelenks ist eine professionelle Nachsorge mit ordentlicher Physio- und Schmerztherapie nötig. Kraft und Koordination müssen wiedererlangt werden. Das Gleiche gilt für die Beweglichkeit.