Knieschmerzen | Ursachen und Behandlung

Knieschmerzen

Unter Knieschmerzen versteht man Schmerzen im Bereich des Kniegelenks. Je nachdem, wo genau die Schmerzen primär auftreten, können dabei verschiedene Arten von Schmerzen im Knie unterschieden werden: die vorderen, die äußeren und die inneren Knieschmerzen sowie die Kniekehlenschmerzen.

Darüber hinaus kann auch zwischen einem akuten und einem chronischen Knieschmerz unterschieden werden. Während akute Schmerzen im Kniegelenk meist plötzlich beginnen und nur wenige Stunden bis Tage anhalten, entwickeln sich chronische Kniegelenkschmerzen oft schleichend und bleiben länger als sechs Wochen bis drei Monate bestehen.

Arten von Knieschmerzen

Prinzipiell können je nach Lokalisation der Knie-Beschwerden vier Arten von Schmerzen im Kniegelenk unterschieden werden:

Vorderer Knieschmerz

Von vorderen Knieschmerzen spricht man, wenn die Vorderseite von Kniegelenk, Oberschenkel und Unterschenkel mit der Kniescheibe, dem vorderen Kniegelenkspalt und der Patella- und Quadrizepssehne betroffen ist. Schmerzen an der Vorderseite des Knies gehen häufig von der Kniescheibe (Patella) aus. So kann etwa eine Verschiebung bzw. Fehlbildung (Patelladysplasie) oder eine Ausrenkung (Patellaluxation) der Kniescheibe vorne am Knie zu Schmerzen führen.

Ebenso können eine Arthrose hinter der Kniescheibe (Retropatella-Arthrose) oder eine Schleimbeutelentzündung im vorderen Bereich des Knies mit Schmerzen an der Knie-Vorderseite einhergehen. Ein weiterer möglicher Grund für vordere Knieschmerzen ist das sogenannte Patellaspitzensyndrom, von dem vor allem Sportler betroffen sind. Dabei kommt es zu einer Überlastung der Patellasehne unter der Kniescheibe.

Schmerzen in der Kniekehle

Schmerzt es an der Rückseite des Kniegelenks, sprich in der Kniekehle, handelt es sich um Kniekehlenschmerzen. Diese hinteren Knieschmerzen gehen meist von der Gelenkkapsel aus. So können Schmerzen in der Kniekehle etwa auftreten, wenn eine sogenannte Baker-Zyste vorliegt. Dabei sammelt sich aufgrund einer Schwäche der Kniegelenkkapsel Gelenkflüssigkeit in einer Zyste im Bereich der Kniekehle an. Die Folgen sind eine Schwellung und Schmerzen in der Kniekehle, insbesondere beim Beugen des Knies. Weitere mögliche Gründe für Kniesgelenkschmerzen an der Hinterseite sind Schäden am hinteren Meniskus oder die Kniearthrose.

Kniegelenkschmerzen an der Innenseite

Schmerzen an der Innenseite des Kniegelenks werden als innere Kniegelenkschmerzen oder medialer Knieschmerz bezeichnet. Kniebeschwerden an der Innenseite betreffen in der Regel den inneren Kniegelenkspalt sowie die inneren Ober- und Unterschenkel mit den umgebenden Weichteilen. Häufig treten sie auf, wenn ein Schaden am Innenmeniskus oder eine Innenbandverletzung des Knies vorliegt.

Aber auch eine Arthrose oder entzündete Schleimbeutel an der Innenseite des Kniegelenks können für innere Knieschmerzen verantwortlich sein. Weitere mögliche Ursachen für Beschwerden an der Knie-Innenseite sind Achsfehlstellungen wie die O-Beine, Sehnenschäden an einem der Kniebeuger oder unpassende bzw. abgenutzte Laufschuhe.

Knieschmerzen an der Außenseite

Treten die Schmerzen an der Außenseite des Kniegelenks auf, handelt es sich um äußere Knieschmerzen. Diese werden auch als lateraler Knieschmerz bezeichnet. Sie betreffen Außenband und Wadenbeinköpfchen, den äußeren Kniegelenkspalt sowie die äußeren Ober- und Unterschenkel inklusive der umgebenden Weichteile.

Schmerzen an der Knie-Außenseite können unter anderem auf eine Außenbandverletzung des Knies oder Verletzungen des Außenmeniskus zurückgeführt werden. Daneben können auch Fehlstellungen des Knies, wie X-Beine, oder ein Verschleiß (Arthrose) des äußeren Kniegelenkspalts mit Knieschmerzen an der Außenseite einhergehen. Einer der Hauptgründe für äußere Kniegelenkschmerzen ist jedoch die ständige Überbelastung des Knies bei Sportlern, wie Langstreckenläufern und Radrennfahrern. In der Folge kommt es zu gereizten oder verschlissenen Sehnen im Knie und dem sogenannten Läuferknie.
Knieschmerzen

Ursächliche Erkrankungen und Verletzungen des Kniegelenks

Kniegelenkschmerzen können auf die unterschiedlichsten Ursachen zurückgeführt werden. Hierzu gehören unter anderem Erkrankungen, Verletzungen, Fehlstellungen und Über- oder Fehlbelastungen des Knies. Die häufigste Ursache von Knieschmerzen stellt dabei die Arthrose des Kniegelenks dar. Weitere Erkrankungen, die Schmerzen im Knie verursachen können, sind entzündliche Erkrankungen wie die Entzündung des Kniegelenks (Kniearthritis bzw. Gonarthritis) oder die rheumatoide Arthritis (Gelenkrheuma) des Kniegelenks.

Knieverletzungen, die mit zum Teil starken Schmerzen im Knie einhergehen, sind insbesondere der Kreuzbandriss und der Meniskusriss. Zu Über- und Fehlbelastungen des Kniegelenks kommt es unter anderem durch Übergewicht oder übermäßige sportliche Betätigung. Darüber hinaus können auch Kniefehlstellungen wie X- oder O-Beine sowie die Knieinstabilität und das steife Knie Knieschmerzen verursachen.

Kniearthrose (Gonarthrose)

Bei der Kniegelenksarthrose – auch Gonarthrose genannt – handelt es sich um einen Verschleiß des Gelenkknorpels, der zu einem Verlust der Gleitfähigkeit des Kniegelenks und damit zu einem schmerzhaften Aufeinanderreiben der Gelenkflächen führt. Die Folge sind Mobilitätseinschränkungen und starke Schmerzen im Knie, die eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität zur Folge haben.

Kniearthritis (Entzündung im Knie)

Auch durch entzündliche Gelenkerkrankungen im Knie können die Funktionalität und Beweglichkeit des Kniegelenks stark eingeschränkt und Schmerzen im Knie verursacht werden. Unterschieden wird bei der Arthritis bzw. Entzündung im Knie meist zwischen der rheumatoiden Arthritis, der infektionsbedingten Arthritis und der posttraumatischen Arthritis.

Kreuzbandriss

Der Kreuzbandriss (Kreuzbandruptur) ist eine der häufigsten Knieverletzungen. Es handelt sich dabei um einen teilweisen oder kompletten Riss des vorderen und/oder hinteren Kreuzbandes im Kniegelenk. Im Moment des Unfalls selbst, also wenn das Kreuzband reißt, treten in der Regel heftige Schmerzen im Knie auf. Im weiteren Verlauf schwillt das Knie zudem an. Als Langzeitfolge kann es zu einer Knieinstabilität und zur Entstehung einer Arthrose im Knie kommen.

Meniskusriss

Bei einem Meniskusriss handelt es sich um eine verschleiß- oder unfallbedingte Schädigung bzw. Verletzung des Außen- und/oder Innenmeniskus im Kniegelenk. Bei einem traumatischen, unfallbedingten Meniskusriss treten im Moment des Unfalls typischerweise akute, einschießende Schmerzen im Knie auf. Ein degenerativer, verschleißbedingter Meniskusschaden äußert sich, je nachdem, ob der Innenmeniskus oder der Außenmeniskus betroffen ist, durch Knieschmerzen an der Innenseite oder der Außenseite.

Knieinstabilität

Kommt es zu Verletzungen und Schädigungen des Kapselbandapparates im Knie wie Rupturen der Kreuzbänder, Rupturen der Seiten- bzw. Kollateralbänder sowie Verletzungen der Menisken, kann dies eine Knieinstabilität zur Folge haben.

Knieverletzungen und Kniefehlstellungen

Fehlstellungen und Deformationen des Kniegelenks, d.h. Knieverletzungen und Kniefehlstellungen, können aufgrund der dauerhaften Fehlbelastung bzw. ungleichmäßigen Belastung des Knies zu einer Kniearthrose und damit zu einer zunehmenden Bewegungseinschränkung sowie zu Schmerzen, die zunächst nur unter Belastung und später auch im Ruhezustand auftreten, führen.

Steifes Knie

Ein steifes Knie bzw. eine Kniegelenksteife liegt vor, wenn das Kniegelenk in seiner Beweglichkeit und Funktionalität stark eingeschränkt ist und Bewegungen nur unter großen Schmerzen möglich sind.

Symptome von Kniegelenkschmerzen

Je nach Ursache der Kniegelenkschmerzen können sich diese unterschiedlich bemerkbar machen. Akute Schmerzen im Knie treten meist plötzlich in Form von einschießenden, stechenden, drückenden, dumpfen, krampfartigen oder ziehenden Schmerzen auf. Hinzu kommen oft Bewegungseinschränkungen des Knies oder Blockierungs- oder Instabilitätsgefühle im Kniegelenk.

Als äußerliche Kennzeichen können zudem entzündliche Schwellungen, Rötungen, Überwärmungen und Ergüsse im Bereich des Kniegelenks auftreten. Chronische Schmerzen äußern sich durch ähnliche Symptome, entwickeln sich aber meist kontinuierlich über einen Zeitraum von mehreren Monaten oder Jahren und nehmen mit der Zeit an Intensität zu.

Die Art und Intensität von Knieschmerzen ist oft auch situationsabhängig. So können sowohl unter Belastung, beispielsweise beim Laufen oder Treppensteigen oder nach größerer und länger andauernder Beanspruchung des Knies, als auch im Ruhezustand, etwa beim Sitzen mit gebeugtem Knie oder beim Liegen in der Nacht, Schmerzen im Kniegelenk auftreten.

Diagnose von Knieschmerzen

Um Kniegelenkschmerzen richtig behandeln zu können, ist es zunächst wichtig, die Ursache der Knieschmerzen zu diagnostizieren. Im ersten und wichtigsten Schritt führt der behandelnde Arzt, entweder der Hausarzt oder ein Facharzt für Orthopädie, zunächst eine gründliche körperliche Untersuchung mit verschiedenen Bewegungstests und eine Anamnese des Patienten durch.

Während des Anamnesegesprächs fragt der Arzt den Patienten unter anderem, welcher Art die Knieschmerzen sind, wo genau im Knie (Vorderseite, Kniekehle, Innenseite oder Außenseite) und seit wann sie auftreten und ob sie sich vorwiegend unter Belastung oder im Ruhezustand äußern. Um die Ursache der Kniegelenkschmerzen weiter eingrenzen zu können, befragt der Arzt den Patienten zudem auch zu seinen Vorerkrankungen, bestehenden Knieverletzungen und vorangegangenen Unfällen.

Im Anschluss daran können mithilfe bildgebender Diagnoseverfahren wie der Röntgenuntersuchung, der Ultraschalluntersuchung (Sonographie) oder der Magnetresonanztomographie (MRT) die knöchernen Strukturen des Kniegelenks sowie die Bänder, die Menisken und der Gelenkknorpel genauer dargestellt und beurteilt werden.

Besteht der Verdacht auf eine Entzündung des Kniegelenks kann auch eine Gelenkpunktion durchgeführt werden, bei der Gelenkflüssigkeit für die weitere labortechnische Analyse entnommen wird.

Behandlung von Schmerzen im Knie

Je nach Ursache der Schmerzen im Kniegelenk stehen unterschiedliche Therapiemöglichkeiten zur Auswahl. In den meisten Fällen erfolgt die Behandlung zunächst mit konservativen Maßnahmen. Hierzu gehören insbesondere die Physiotherapie und die medikamentöse Therapie mit entzündungs- und schmerzhemmenden Medikamenten.

Führen diese Maßnahmen zu keiner Besserung der Schmerzen im Kniegelenk, können operative Therapieverfahren wie die Kniegelenkspiegelung oder die Knorpelzelltransplantation zum Einsatz kommen. Haben alle diese gelenkerhaltenden Therapieoptionen versagt, ist im letzten Schritt die Implantation eines künstlichen Kniegelenks zu erwägen.

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