HWS-Syndrom (Zervikalsyndrom) - Symptome und Behandlung

HWS-Syndrom

Im Zusammenhang mit Rücken- und Nackenproblemen spricht man häufig von einem HWS-Syndrom. Grundsätzlich kann man sagen, dass ein HWS-Syndrom – auch Zervikalsyndrom genannt – ein relativ unspezifisches Beschwerdebild darstellt. Der Grund hierfür liegt darin, dass die Symptome für ein HWS-Syndrom sehr vielschichtig sein können. Ebenso vielschichtig sind die Ursachen, die ein Zervikalsyndrom auslösen können. In vielen Fällen stellen die Ärzte die Diagnose „HWS-Syndrom“, sobald ein Patient über Probleme im Rückenwirbelbereich klagt. Von daher ist es sehr wichtig, Beschwerden und mögliche Ursachen genau unter die Lupe zu nehmen.

 

Mann mit Nackenschmerzen

 

Symptome

Wie bereits erwähnt, kann ein HWS-Syndrom verschiedene Symptome mit sich bringen. Zu den häufigsten Problemen gehören Nacken- und Rückenschmerzen, die oft entlang der Wirbelsäule auftreten. Doch damit nicht genug: Auch diverse Blockaden, Steifigkeit der Muskulatur, Schwindel oder Kopfschmerzen können sich als Folge eines HWS-Syndroms äußern. Die Probleme können auch durchaus bewegungsanhängig sein. So kann es passieren, dass sich die Schmerzen verstärken, wenn Kopf und/oder Nacken bewegt werden.

Allerdings kann es nicht nur zu Schmerzen oder Verspannungen kommen. Wenn beispielsweise Nerven betroffen sind, kann es auch zu Kribbeln und im schlimmsten Fall zu Lähmungserscheinungen kommen. Ist etwa ein Schleudertrauma die Ursache für ein HWS-Syndrom, so kann der anfängliche Verlauf sogar völlig symptomfrei verlaufen. Erst danach stellen sich Beschwerden wie Kopf- oder Nackenschmerzen sowie eine Verspannung der Muskulatur ein.

Folgende Symptome können bei einem Zervikalsyndrom auftreten:

  • Muskelverspannungen
  • Rückenschmerzen
  • Nackenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Kribbeln
  • Lähmungserscheinungen

Entstehung des HWS-Syndroms

Es gibt verschiedene Ursachen, die die Entstehung eines HWS-Syndroms begünstigen können. Zum Beispiel kann es zu degenerativen Veränderungen kommen. Vor allem bei älteren Patienten treten diese auf. Aber auch Sportler, bei denen der Halswirbelbereich besonders stark beansprucht ist, können unter frühzeitigen Verschleißerscheinungen leiden. Diese äußern sich unterschiedlich. Es kann zu knöchernen Vorsprüngen (Osteophyten) im Bereich der Wirbel kommen. Spondylose oder das Facetten-Syndrom sind ebenfalls Folgen einer degenerativen Veränderung. Weitere Risikofaktoren sind Fehl- und Dauerbelastungen.

Verspannungen oder entzündliche Prozesse können ebenfalls zur Entstehung eines HWS-Syndroms beitragen. Wie bereits erwähnt, können Muskelverspannungen aber auch die Folge eines Zervikalsyndroms sein. Zu den entzündlichen Prozessen zählen unter anderem Krankheiten wie Rheuma. Aber auch andere, akute entzündliche Prozesse können in einigen Fällen zu einem HWS-Syndrom führen. Darüber hinaus gibt es aber noch weitere Ursachen, die zu einem HWS-Syndrom in Verbindung mit HWS-Schmerzen führen können. Hierzu gehört ein Schleudertrauma, welches oft durch Verkehrsunfälle verursacht wird. Hierbei kommt es zur Überstreckung der Nackenmuskulatur, worauf diese – oft erst nach einigen Tagen – mit starker Verspannung reagiert. Es kann hierbei aber auch zu Blockaden im Bereich der Wirbel kommen.

Mögliche Ursachen für ein HWS-Syndrom:

  • Fehl- und Dauerbelastungen
  • entzündliche Prozesse wie etwa Rheuma
  • Schleudertrauma
  • Verschleißerscheinungen

HWS-Syndrom: Diagnose

Um ein HWS-Syndrom zu diagnostizieren, werden verschiedene Methoden angewendet. Eine wichtige Rolle spielt hierbei die klinische Untersuchung durch den Arzt. Er wird untersuchen, ob und in welchem Grad die Muskulatur verspannt ist. Die Beweglichkeit der Muskeln wird ebenso überprüft wie die Beweglichkeit der Gelenke. Auf diese Art und Weise lassen sich auch Blockaden lokalisieren und behandeln. Die Reflexe in den Muskeln werden bei der klinischen Untersuchung auch unter die Lupe genommen.

Ebenfalls zum Einsatz kommen Untersuchungsmethoden wie Röntgen oder das MRT. Beim Röntgen kann der Arzt erkennen, in wie weit knöcherne Strukturen – etwa nach einem Unfall oder bei Verschleißerscheinungen – eine Rolle spielen. Das MRT kann noch unterstützend eingesetzt werden, da der Arzt hier nicht nur Knochengewebe, sondern auch Muskeln, Sehnen, Bänder und Knorpel sehen kann.

Behandlung des HWS-Syndroms

Bei der Diagnose eines HWS-Syndroms kommt es auf diverse Faktoren an. Zum Beispiel wird ein akuter Verlauf anders behandelt, als dies bei einer typischen Verschleißerkrankung der Fall ist. Klagt der Patient über Schmerzen, Steifheit der Muskeln oder Blockaden, so kann eine professionelle Physiotherapie helfen. Oft wird hier eine Kombination aus Massage, manueller Therapie und unter Umständen ein gezieltes Krafttraining genutzt, um die Beschwerden zu reduzieren. Die Massagen helfen bei verspannter Muskulatur, die manuelle Therapie löst Blockaden und sorgt ebenfalls für eine Lockerung des Muskelgewebes. Ein dosiertes und regelmäßiges Krafttraining stärkt die Muskulatur und entlastet hierbei sowohl Wirbelsäule als auch einzelne Wirbelgelenke.

Sollten die Schmerzen allerdings zu stark sein und die bereits beschriebenen Methoden keine deutliche Verbesserung zeigen, dann können auch Medikamente zum Einsatz kommen. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Präparate, die den Schmerz lindern. Vor allem bei degenerativen Erkrankungen müssen häufig Medikamente gegeben werden, da die den Schmerzen zugrundeliegenden Probleme nicht reversibel sind. Je nach Schmerzgrad können auch Injektionen nötig werden. Kortison nimmt beispielsweise die Schmerzen und hemmt die Entzündung. Allerdings dürfen diese und ähnliche Präparate nur dosiert eingesetzt werden. Kortison kann bei langfristigem Einsatz Sehnen und Bänder schädigen, die dauerhafte Einnahme von Schmerztabletten kann dagegen den Magen reizen. Daher wird bei längerer Gabe solcher Tabletten oft auch die gleichzeitige Einnahme eines magenschonenden Präparats empfohlen.

Eine Behandlungsmethode, die ebenfalls Linderung verschaffen kann, ist die chiropraktische Lösung von Blockaden. Zwar gilt diese Methode nicht überall als völlig unumstritten, jedoch hat sie bereits bei vielen Patienten zur Linderung von Beschwerden geführt. Der Chiropraktiker oder auch ein Chiropraktor wird mit speziellen Griffen die Blockaden lösen, sodass sich die angrenzende Muskulatur wieder entspannen kann. Gerade bei dieser Behandlungsmethode ist es wichtig, dass der Patient einen Spezialisten aufsucht. Denn eine falsch durchgeführte Behandlung kann zu starken Problemen und sogar zu dauerhaften Schäden führen. Vor allem bei Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule ist hier Vorsicht geboten.

Diese Behandlungsmethoden stehen bei einem HWS-Syndrom zur Verfügung:

  • Physiotherapie
  • gezieltes Krafttraining
  • Medikamente (Tabletten oder Injektionen)
  • chiropraktische Behandlung

Fazit – auf die richtige Diagnose kommt es an

Da ein HWS-Syndrom viele Gesichter haben kann, ist es wichtig, dass die Ursachen hierfür genau diagnostiziert werden. Denn nur dann kann eine wirksame Therapie in die Wege geleitet werden, die dem Patienten dauerhaft Linderung verschafft.

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