Humeruskopfnekrose (Oberarmkopfnekrose)

Humeruskopfnekrose (Oberarmkopfnekrose)


Bei einer Oberarmkopfnekrose (Humeruskopfnekrose) handelt es sich um das Absterben von Knochengewebe am Oberarmkopf infolge einer Durchblutungsstörung. Wie viel Knochengewebe bei einer Oberarmkopfnekrose abstirbt, hängt vom Ausmaß der Minderdurchblutung ab.

Anatomie Schultergelenk mit Beschreibung deutsch

Ursachen einer Oberarmkopfnekrose

Folgende Faktoren verursachen beziehungsweise begünstigen die Entstehung einer Humeruskopfnekrose:

  • Medikamente wie Kortison
  • übermäßiger Alkoholgenuss
  • Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus oder
  • Traumata wie die Humeruskopffraktur

Man spricht dann auch von einer sekundären Oberarmkopfnekrose. In den meisten Fällen bleibt die Ursache der verminderten Durchblutung des Oberarmkopfes jedoch ungeklärt. Mediziner bezeichnen dies als idiopathische oder primäre Oberarmkopfnekrose.

Symptome: So macht sich die Nekrose bemerkbar

Durch das Absterben des Knochengewebes wird der Oberarmkopf weich und in der Belastungszone weniger tragfähig. So kommt es nach einigen Monaten zu einem Einbruch oder Einsacken und einer Deformierung des Oberarmkopfknochens mit einem zunehmenden Abrieb des Gelenkknorpels und Knochens. Die Folge sind langsam zunehmende Schmerzen in der betroffenen Schulter und im Oberarm, die zunächst nur unter Belastung und später auch im Ruhezustand auftreten. Durch die schmerzverursachte Schonhaltung kommt es zudem im Laufe der Zeit zu Bewegungseinschränkungen im Schultergelenk bis hin zur Frozen Shoulder.

Behandlung der Humeruskopfnekrose

Eine konservative, nicht-operative Behandlung der Oberarmkopfnekrose ist nur begrenzt und allenfalls als Begleitverfahren möglich. Sie erfolgt durch Physiotherapie und physikalische Therapie sowie die orale oder lokale Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten. Zusätzlich ist eine operative Therapie notwendig. Diese besteht im Frühstadium, wenn die Oberfläche des Oberarmkopfes noch nicht eingesackt ist und noch eine Restdurchblutung vorhanden ist, in einer Anbohrung des nekrotischen Knochens. Auf diese Weise soll eine Druckentlastung im Knochen, eine Schmerzreduktion und eine Erholung des abgestorbenen Knochengewebes erzielt werden.

Ist die Oberarmkopfnekrose so weit fortgeschritten, dass bereits

  • die Oberarmkopfkontur deformiert und entrundet oder
  • die Gelenkfläche des Oberarmkopfes eingebrochen ist,

wird die Implantation eines künstlichen Schultergelenks notwendig. Ob dabei nur der abgestorbene Knochen oder die gesamte Oberfläche des Oberarmkopfes ersetzt wird, hängt vom Ausmaß des minderdurchbluteten Bezirkes ab.

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