Ellenbogen-Operation | Die Implantation einer Ellenbogenprothese

Ellenbogen-Operation

Auf Grund der komplexen Anatomie des Ellenbogengelenks ist die Ellenbogen-OP zur Implantation einer Ellenbogenprothese eine schwierige und anspruchsvolle Operation. Sie dauert in der Regel zwischen ein und zwei Stunden und kann sowohl in Voll- als auch in Teilnarkose durchgeführt werden. Bei einer Vollnarkose wird der Patient für die Dauer der kompletten Ellenbogen-Operation in einen Schlafzustand versetzt. Bei einer Teilnarkose (Regionalanästhesie) werden dagegen lediglich die Nerven im Halsbereich lokal betäubt, so dass der komplette Arm gefühllos, der Patient aber während der Operation noch bei vollem Bewusstsein ist. An die Ellenbogen-Operation schließt sich grundsätzlich ein ein- bis zweiwöchiger stationärer Krankenhausaufenthalt an.
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Vorbereitungen und Voruntersuchungen vor der Ellenbogen-Operation

Vor dem Eingriff wird der behandelnde Chirurg zunächst die individuelle Krankheitsgeschichte des Patienten erheben und einige Voruntersuchungen durchführen. Die Erhebung der Krankheitsgeschichte erfolgt insbesondere im Rahmen eines Anamnesegesprächs. Hierbei befragt der Chirurg den Patienten zur Dauer, Schwere und Art seiner Beschwerden und Schmerzen im betroffenen Ellenbogengelenk.

Zu den notwendigen Voruntersuchungen vor einer Ellenbogen-Operation gehören in erster Linie eine Röntgen- und eine Ultraschalluntersuchung des betroffenen Ellenbogengelenks. Darüber hinaus können bei unklaren Befunden auch eine Computertomografie (CT) und eine Magnetresonanztomografie (MRT) durchgeführt werden. Anhand dieser Aufnahmen kann der Chirurg vor der Ellenbogen-OP das Ausmaß der Verformung und des Verschleißes im Ellenbogengelenk erkennen und das umgebende Gewebe beurteilen.

Untersuchung des Ellenbogens

Das Ziel der Anamnese und der Voruntersuchungen ist es zum einen, die Diagnose abzusichern. So kann festgestellt werden, ob der Patient tatsächlich ein künstliches Ellenbogengelenk benötigt und wenn ja, welche Ellenbogenprothese am besten geeignet ist. Zum anderen dienen die Voruntersuchungen der sorgfältigen Planung des Ablaufs der Ellenbogen-Operation, um mögliche Komplikationen während des Eingriffs zu vermeiden.

Die Ellenbogen-Operation zur Implantation einer Ellenbogenprothese

Während der Operation kann der Patient entweder auf dem Rücken oder auf der Seite gelagert werden. Befindet sich der Patient während der Ellenbogen-OP in Rückenlage, wird das Schulterblatt durch Kissen angehoben und der zu operierende Ellenbogen rechtwinklig vor dem Körper gelagert. Bei einer Lagerung des Patienten auf der Seite wird der betroffene Arm auf einer gepolsterten Schiene rechtwinklig eingerichtet, so dass der Ellenbogen frei beweglich und gut zugänglich ist.

Sobald die Narkose eingesetzt hat, wird das Ellenbogengelenk über einen auf der Rückseite des Oberarms längs zum Gelenk verlaufenden Hautschnitt freigelegt. Die über dem Ellenbogengelenk verlaufende Muskulatur wird dabei behutsam zur Seite geschoben, um Verletzungen zu vermeiden. Anschließend werden das zerstörte Knorpelgewebe und gegebenenfalls auch kleine Knochenteile an den Gelenkflächen des Ellenbogengelenks entfernt.

Im nächsten Schritt der Ellenbogen-Operation werden die Gelenkflächen und Knochenschäfte des Oberarmknochens und der Elle mit speziellen Sägen, Fräsen und Bohrern zurechtgeschliffen und präpariert und so für das Einsetzen der einzelnen Komponenten der Ellenbogenprothese vorbereitet. Um den korrekten Sitz sowie die Stabilität und Beweglichkeit des künstlichen Ellenbogengelenks zu überprüfen, wird daraufhin zunächst eine Probeprothese eingebracht. Erweist sich diese als passgenau, stabil und gut beweglich, wird schließlich die eigentliche Ellenbogenprothese eingesetzt und mit Knochenzement an Oberarm und Elle verankert.

Chirurg bei der Ellenbogen-Operation

Nach einer abschließenden Funktions- und Lageprüfung der implantierten Ellenbogenprothese werden schließlich im letzten Schritt des Eingriffs die zur Seite präparierten Muskeln wieder über das Ellenbogengelenk geschoben und der Hautschnitt schichtweise wieder verschlossen. Ist dies geschehen, wird abschließend ein Verband angelegt und der Arm in gestreckter Haltung in einer Oberarmgipsschiene ruhiggestellt.

Mögliche Komplikationen und Risiken einer Ellenbogen-Operation

Wie bei allen operativen Eingriffen bestehen auch bei der Ellenbogen-Operation zur Implantation einer Ellenbogenprothese gewisse Risiken.

Komplikationen einer Ellenbogenprothese während der Ellenbogen-Operation

Während der Ellenbogen-Operation selbst oder unmittelbar nach dem Eingriff können unter anderem Komplikationen wie Herz-, Lungen- und Kreislaufprobleme, Medikamentenunverträglichkeiten, allergische Reaktionen gegen die verwendeten Materialien, Blutgerinnselbildungen mit Gefäßverschlüssen (Thrombose oder Embolie), Nachblutungen, Blutergüsse im Operationsgebiet, Wundheilungsstörungen, starke Schmerzen oder Entzündungen auftreten.

Auch Nervenschädigungen, die aber meist nur vorübergehend sind, und Muskelverletzungen im Bereich des Ellenbogengelenks sind bei einer Ellenbogen-OP möglich. So kann es beispielsweise zu einer Ulnarisschädigung mit Gefühlsstörungen im Klein- und Ringfinger sowie zu einem Abriss des Streckmuskels mit einer eingeschränkten Beweglichkeit des Ellenbogengelenks oder einer Schwäche bei der Streckung des Ellenbogens kommen. Auf das Endresultat einer Ellenbogenprothese haben diese während einer Ellenbogen-OP möglichen Komplikationen aber meist keinen Einfluss.

Komplikationen einer Ellenbogenprothese nach der Ellenbogen-Operation

Eine weitere mögliche Komplikation, die im späteren Verlauf nach der Ellenbogen-OP zur Implantation einer Ellenbogenprothese auftreten kann, ist die Lockerung der Ellenbogenprothese. Eine solche Prothesenlockerung tritt normalerweise verschleißbedingt erst etwa 10 bis 15 Jahre nach der Ellenbogen-Operation auf. Infektionen oder mechanische Probleme können aber in seltenen Fällen auch eine frühzeitige Lockerung der Prothesenteile im Knochen zur Folge haben. Die Folge sind Schmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit des Ellenbogengelenks. Kommt es zu einer solchen frühzeitigen oder verschleißbedingten Lockerung der Ellenbogenprothese, wird ein Prothesenwechsel im Rahmen einer erneuten Ellenbogen-Operation notwendig.

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